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COLOURLOCK-Fachhändler · Besondere Schäden

Brandlöcher: erst den Hitzeschaden verstehen.

Eine Brandstelle unterscheidet sich von einem sauber ausgeschnittenen Loch. Hitze kann das umgebende Leder zusammenziehen und verhärten. Der Leitfaden behandelt deshalb ausdrücklich ein Brandloch in einem nicht belasteten Bereich. Dieses Beispiel erklärt die einzelnen Aufgaben einer Reparatur, lässt sich aber nicht unverändert auf jede Sitzfläche übertragen.

Warum der Rand mitbeurteilt werden muss

Im gezeigten Fall hat die Hitze einen geschrumpften, verhärteten Rand erzeugt. Eine Füllung allein würde diesen Rand nicht beseitigen; die erhöhte Kante und die verbleibende Spannung könnten weiterhin sichtbar sein. Das Beispiel bearbeitet deshalb zunächst den beschädigten Rand kontrolliert, bevor das Loch aufgebaut wird. Diese Arbeit setzt eine Beurteilung des noch tragfähigen Materials voraus. Je größer die betroffene Zone oder je stärker sie genutzt wird, desto wichtiger ist die Frage, ob überhaupt genügend stabile Substanz erhalten bleibt. Die sichtbare Öffnung ist somit nicht die einzige relevante Größe. Auch das Material direkt daneben gehört zum Schaden.

Der Untergrund entscheidet über die Stabilisierung

Beim Beispiel aus dem Leitfaden liegt hinter der Stelle ein fester Polsteruntergrund. Deshalb wird dort auf eine zusätzliche Hinterklebung verzichtet. Dieser Hinweis ist eine Besonderheit des Falles, keine allgemeine Regel für Brandlöcher. Bei fehlender Unterstützung, einem durchgehenden Loch oder anderer Belastung muss ein stabilisierender Aufbau mitgedacht werden. Für geeignete reparable Löcher beschreibt das Produktsystem Backlining Cloth und Lederkleber, gegebenenfalls mit einem passenden eingesetzten Lederstück. Eine Reparatur auf einer wenig belasteten Rückseite hat andere Voraussetzungen als eine täglich gedehnte Sitzfläche. Tragfähigkeit und optische Angleichung werden getrennt beurteilt.

Tiefe Fehlstellen schrittweise ausgleichen

Das Brandloch wird im Beispiel mit leicht vorgefärbtem Filler aufgebaut, bis die Oberfläche bündig ist. Wegen der Tiefe sind wiederholte Aufträge nötig. Dabei bleibt das Trocknungsprinzip des Fillers gültig: Die frische Masse trocknet an der Luft; ein Föhn darf nicht lediglich eine trockene Haut über noch feuchtem Inneren erzeugen. Erst danach wird die Oberfläche nachmodelliert. Der COLOURLOCK-Leitfaden nutzt dafür kontrollierte GLD-Nachbearbeitung mit einem geeigneten Schleifpad. Zum Schluss hilft ein tupfender Übergang, auffällige Wischspuren zu vermeiden und die spätere Struktur vorzubereiten. Ein hoher Materialauftrag in einem einzigen Schritt ersetzt diesen kontrollierten Aufbau nicht.

Struktur und Farbe an die Umgebung anpassen

Für die relativ große, nur schwach genarbte Beispielstelle wird eine gesprühte Punktestruktur gewählt. Die passende Einstellung wird zunächst auf Karton erprobt. Kleine Tröpfchen und dünne aufeinanderfolgende Aufträge bilden eine narbenähnliche Oberfläche, anstatt eine dicke glatte Fläche zu erzeugen. Welche Strukturtechnik passt, hängt von der vorhandenen Narbung und dem möglichen Andruck ab. Danach müssen Farbton und Finish zur Umgebung stimmen. Der Leitfaden beschreibt eine optische Verbesserung im konkreten Einbauzustand, keine allgemeine Garantie für vollständige Unsichtbarkeit. Bei strukturell zerstörtem Leder oder hoher Belastung kann ein Materialaustausch sinnvoller sein als weitere kosmetische Schichten.

Die Quelle behandelt einen nicht belasteten Bereich mit festem Hintergrund. Diese Voraussetzungen dürfen bei einer anderen Brandstelle nicht stillschweigend angenommen werden.