Die richtige Stelle für eine Narbenkopie
Eine Prägematte soll die benachbarte Struktur möglichst genau wiedergeben. Als Vorlage wird deshalb eine saubere, unbeschädigte und gut erreichbare Stelle mit passender Narbung gewählt. Eine ähnliche Struktur von irgendeinem anderen Leder kann im Detail deutlich abweichen. Auch die Richtung des Musters und die Wölbung des Bauteils spielen bei der späteren Verwendung eine Rolle. Das Grain Maker Set ist im Leitfaden für pigmentierte Leder, Kunstleder und Kunststoffe beschrieben. Auf offenen Ledern soll eine solche Abformung nicht vorgenommen werden. Diese Einschränkung betrifft die Herstellung der Matte auf dem Material, nicht nur die Auswahl einer späteren Reparaturfarbe.
Eine gleichmäßige Matte vorbereiten
Das Set verarbeitet zwei reaktive Komponenten über eine Mischkanüle. Die Masse wird zügig und gleichmäßig auf der vorbereiteten Vorlage verteilt. Eine aufgelegte Folie hilft, eine glatte Rückseite herzustellen; gleichmäßige Stärke und saubere Kanten erleichtern den späteren Andruck. Da die Mischung rasch aushärtet, werden Werkzeuge und Vorlage vorher vorbereitet. Nach der Aushärtung wird die Matte vorsichtig gelöst. Der COLOURLOCK-Leitfaden beschreibt unterstützende Erwärmung und anschließende Kühlung, ohne daraus einen unbegrenzt beschleunigbaren Ablauf zu machen. Eine schlecht abgeformte oder ungleichmäßig dicke Matte kann Druck ungleich verteilen. Sie überträgt dann nicht zuverlässig das gewünschte Muster auf die Reparatur.
Prägen folgt der verwendeten Reparaturmasse
Bei getrocknetem Filler und Flüssigleder kann die Oberfläche kontrolliert mit GLD angelöst und anschließend mit einer geeigneten erwärmten Matte geprägt werden. Der Leitfaden beschreibt auch eine Heißprägung ohne vorherige Anlösung als gesonderte Technik. Bei Leather & Plastic Paste gehört die Prägung dagegen unmittelbar zur Hitzeverarbeitung der Masse. Diese Abläufe sind nicht austauschbar. Wichtig sind ein ausreichend tragfähiger Untergrund, gleichmäßiger Druck und eine kontrollierte Ablösung. Kühleisen und Thermopad unterstützen die Verarbeitung. Die Matte darf weder eine frische, innen noch nasse Füllung zusammendrücken noch eine empfindliche Umgebung durch ungeeignete Wärmebehandlung schädigen.
Wenn eine Matte nicht genügend hilft
Nachgiebige Rückseiten können so wenig Gegendruck bieten, dass eine normale Prägung nicht möglich ist. Der Leitfaden zeigt dafür eine erste Struktur durch vorsichtiges Tupfen der noch feuchten Füllmasse. Nach dem Trocknen werden zu raue Bereiche fein geglättet. Ein kontrollierter Tröpfchenauftrag von Farbe kann die Struktur ergänzen. Zu große Tropfen werden getupft statt verwischt, damit keine Wischspuren entstehen. Die Einstellung wird zunächst auf Papier oder Karton erprobt. Auch bei geprägten Reparaturen sollte der spätere Farbauftrag nicht unnötig dick sein: Ein glättender Farbfilm kann einen Teil der zuvor aufgebauten Struktur wieder verdecken. Strukturangleichung und Farbauftrag werden deshalb gemeinsam geplant.
Eine Narbenkopie verbessert die optische Angleichung, ersetzt aber keine Materialfestigkeit und garantiert keine unsichtbare Reparatur.